Traumapädagogik

In unserem Berufsalltag begegnen wir immer wieder Kindern und Jugendlichen, die durch lebensgeschichtliche oder traumatische Erfahrungen an die Grenzen ihrer Verarbeitungsmöglichkeiten stoßen.
Die Ursachen hierfür können mannigfaltig sein:

  • Verlust von Bezugspersonen
  • Schwierige Familienstrukturen und Verhältnisse
  • Physische und psychische Gewalterfahrungen
  • Missbrauch
  • Kriegs-und Fluchterlebnisse

Die Folgen einer Traumatisierung wirken sich auf die emotionale und psychische Befindlichkeit aus, auf Handlungsweisen, auf Beziehungsgestaltung und Kommunikation im inner- und außerfamiliären Beziehungs-und Interaktionsgefüge.
Traumapädagogische Konzepte werden und wurden aus interdisziplinären Erkenntnissen der Heilpädagogik und allgemeinen, kindorientierten Pädagogik, der Psychotraumatologie, der Psychoanalyse, der Bindungsforschung und der Neurophysiologie entwickelt.

Unsere fundierte und methodisch breit gefächerte Weiterbildung vermittelt Ihnen dieses Wissen, eine traumasensible Haltung, ein breites Spektrum an Interventionsmöglichkeiten und damit die Erweiterung Ihres professionellen Handlungsspielraums in der Arbeit und im Umgang mit traumatisierten Menschen.
Die Qualifizierung zur/m Traumapädagogin/pädagogen ist eine pädagogische Weiterbildung, keine therapeutische Ausbildung und keine Selbsterfahrungsgruppe.

Wir arbeiten Prozess- und teilnehrner*innen-orientiert, der nachfolgende Verlauf stellt eine Übersicht dar.

Modul 1 Grundlagen der Psychotraumatologie und Einführung in die Traumapädagogik
  • Geschichte der Psychotraumatologie, Trauma-Definition und neurobiologische Grundlagen
  • Einführung in die Traumapädagogik
  • Die vielfältigen Folgen von Traumatisierung
  • Besonderheiten in der pädagogischen Arbeit mit traumarisierten Kindern und Jugendlichen
Modul 2 Ressourcenaktivierung und Stabilisierungstechniken
  • Einführung in die Neurophysiologie
  • Kennenlernen der 4 Grundbedürfnisse nach Grawe und der Bedeutung für Ihre traumapädagogische Arbeit
  • Darstellen und Üben unterschiedlicher Stabilisierungstechniken
  • Notfall-Listen und Notfall-Koffer
Modul 3 Bindung und Trauma
  • Geschichte und Einführung in die Bindungstheorie
  • Kennenlernen unterschiedlicher Bindungsstile, Arbeitsmodelle und pädagogischer Interventionen
Modul 4 Traumasynthese und Integration Einführung
  • Einführung in die Theorie der Dissoziation
  • Kennenlernen unterschiedlicher trauma-therapeutischer Verfahren und diagnostischer Materialien
  • Besonderheiten der traumasensiblen Beratung und Pädagogik, Abgrenzung zur Traumatherapie
Modul 5 Elternarbeit, Besonderheiten der Beratung und Selbstfürsorge
  • Theorie zur transgenerationalen Traumaweitergabe
  • Wichtige Aspekte traumasensibler Beratung von Eltern betroffener Kinder und Jugendlicher
  • Beratung von Flüchtlings- und Pflegefamilien
  • Gefahr der Sekundärtraumatisierung
  • Unterschiedliche Möglichkeiten der Psychohygiene
Modul 6 Supervision: systemisch-psychodramatisch
  • Anhand der eingebrachten Fallbeispiele werden verschiedene Arbeitsweisen wie z. B. Soziometrie, Rollenvielfalt auf der inneren Bühne, inneres Team, Genogramm, Zeitstrahl, Aufstellungen etc. erlebbar.

Der Werkzeugkoffer entspricht dem Grundmodul für die Weiterbildung zur Traumapädagogin.


Modul Termin Referent
Mein sicherer Platz in der Welt -
Traumapädagogische Annäherung über Atem, Stimme, Körper
auf Anfrage Roland Seiler
Jeder von uns ist geprägt durch Biologie, Kultur und individuelle Lebensgeschichte.
An gewohnheitsmäßiger Körperhaltung, an Mustern von Körperbewegung und Atmung und an Phänomenen der Stimmgebung und Sprachgestaltung lässt sich diese Prägung ablesen. Vitalisierendes ebenso wie andererseits Bedrohliches und Verletzendes hat uns geformt und seine Spuren hinterlassen.
Wenn dabei die Grenze der Verarbeitungsmöglichkeit überschritten ist, sprechen wir von Trauma.
Das Wochenende soll durch Wahrnehmung bei sich selbst und die Beobachtung i Anderer die Aufmerksamkeit für typische Muster öffnen.
Theoretische Annäherung und praktische Übungen können Ideen anregen für eine liebevolle, befreiende Annäherung.
Trauma und Sucht auf Anfrage Helmut Schwehm
In den meisten Fällen gehen die Traumatisierungen dem Substanzgebrauch voran.
Die Suchtmittel werden dann zur „Selbstmedikation“ eingesetzt und ihr regelmäßiger Konsum führt über längere Zeit in die Abhängigkeit und zu erneuten Traumata.
Bei jedem fünften Menschen mit einer Alkoholstörung und jedem Dritten, der mehrere Drogen gleichzeitig oder binnen kurzer Zeitabstände einnimmt, lassen sich zusätzlich Symptome einer Traumafolgestörung finden.

Beide Störungen beeinflussen sich dann ungünstig, oft kommt es zu Verschlechterungen und einer Chronifizierung.
Bei diesem Kurs beschäftigen wir uns mit Ursachen einer möglichen Suchtentwicklung, unterschiedlichen Formen süchtigen Verhaltens und neuerer Behandlungsansätze.
Besonderes Augenmerk wird auf Entwicklungsrisiken, kritische Phasen unvollständiger Reifeprozesse und Vulnerabilität für externe psychotrope Substanzen und Belohnungssysteme über körpereigene Drogen gelegt.
Daneben beschäftigen wir uns mit dem 3-Faktoren-Modell der Sucht und dem Ursachenbündel für Suchtentwicklung.
Das eigene Konsumverhalten wird kritisch reflektiert, Besonderheiten in der Beratung und Begleitung diskutiert und Möglichkeiten zur Helfervernetzung vermittelt.

Sollten Sie Interesse an einer traumapädagogischen Fort- oder Weiterbildung für Ihr Team haben, stellen wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot zusammen.

Susann Lojewski
 Sabine Müller


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